Projekte

Meteor 2015

Geht dem Ozean die Luft aus? Eine Reise zwischen Wissenschaft und Kunst.

Im Rahmen des DFG Sonderforschungsbereichs 754 „Klima-Biogeochemische Wechselwirkungen im Tropischen Ozean“ fuhr Anja Witt mit Wissenschaftlern des GEOMAR Kiel im Mai 2015 mit dem Forschungsschiff „Meteor“ auf Expedition über den Atlantik. Als Künstlerin und ehemalige Ozeanographin arbeitete sie an der Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft. “ Es war spannend, denn Künstler und Wissenschaftler denken anders, brauchen aber beide den Blick über den eigenen Tellerrand. Wie sollen wir die Probleme der Zukunft angehen, wenn wir nicht global denken, vernetzt und auch interdisziplinär auf allen Wellenlängen?“ fragte die Künstlerin. In Form von Fotos, Skizzen und Gesprächen sammelte Anja Witt Eindrücke , hörte Vorträge, arbeitete im Messteam und schrieb einen Blog.

Die Expedition:startete in Guadeloupe und endete auf den Cap Verden. Forschungsschwerpunkt der Expedition war die Sauerstoffminimumzone, die Bereiche im Ozean bezeichnet, in denen der Sauerstoff knapp wird.

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Unter anderem wurde die Verteilung eines Spurenstoffes beobachtet, um daraus Rückschlüsse auf die Zirkulation und mögliche Belüftung dieser Zonen zu ziehen. An vielen Stationen wurde die Hydrographie bis zum Meeresboden erfasst und Wasserproben genommen, die auch im Hinblick auf die Stoffkreisläufe und die Biologie untersucht wurden. Ein durch die Meere kreuzender Tauchroboter wurde eingeholt (Gleiter) und selbständig messende Tauchzylinder (ARGO Floats) ausgesetzt.

Im Atelier entstanden danach Werke, die im Frühjahr 2016 in der Ausstellung „beyond the sea“ in der Galerie Reinhardt & Partner zu sehen waren.

Yoko Ono water event 2019

Beteiligung an einem Projekt von Yoko Ono im Museum der bildenden Künste Leipzig.

In ihrem Text „Water Talk“ von 1967 erklärte Yoko Ono „Wir sind alle Wasser in unterschiedlichen Behältern“. Im Jahr 1971 bat sie etwa hundert Menschen, darunter Künstler, Musiker, Kunstkritiker, Berühmtheiten und Leute aus ihrem eigenen Umfeld, ihr Behälter und Konzepte von Behältern zu geben. Ihr Anteil am Kunstwerk war es Wasser hineinzufüllen. Dieses Projekt wiederholte Yoko Ono anlässlich ihrer Werkschau „peace is power“ im Jahr 2019 im Museum der bildenden Künste in Leipzig. Künstler aus ganz Deutschland waren aufgerufen sich zu bewerben(Presse). Anja Witt reichte ein Konzept für ein Objekt zum Meeresspiegelanstieg ein. Die Freude war groß als folgende E-Mail einging: “ Nach Einsehen der eingereichten Projekte würden wir sehr gerne…ihr spannendes und sehr überzeugendes Konzept ausstellen… mit freundlichen Grüßen Yoko Ono und Jon Hendricks

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Wie lange braucht es bis Beobachtungen aus der Forschung in ein Handeln der Politik und aller Menschen umgesetzt werden? Wie viele Klimakonferenzen gab es schon? Wie gehen wir mit unserer Erde um? Wirtschaftliche Interessen und die Bequemlichkeit der wohlstandsverwöhnten Industrienationen lähmen wichtige Korrekturen. Wir müssen unsere Lebensweise überdenken und mehr tun als abwarten. Das zum water event entwickelte Objekt ist ein Glaskubus, in dem kleine Modellfiguren auf einer Styropor-Eisscholle sitzen. Sie schwimmen auf dem Wasser. Sie warten und gucken jeder in eine andere Richtung. Der Titel lautet: „what should we have done?“